„Der Mensch ist grauenhaft und dabei so voller Sehnsucht nach Liebe.“ „Verstehst du ihn?“ „Nein schon lange nicht mehr.“ „Wir hören die stummen Schreie- die lautlosen Hilferufe. Wir sehen die Tränen- die Wunden in den Seelen. Wir sehen alles, nur wir können nichts verhindern.“ „An uns klebt Vergeblichkeit“ Stirbt lieber den Hungertot als sich zu entschuldigen- genau das gleiche bei Juli. Er kann sich nicht entschuldigen. Weil es ihm nicht leid tut? Wie kann man jemanden analysieren den man nicht versteht Egoist- er will noch einmal etwas schönes tun. Es gibt viele Dinge die schön sind. Es wäre schön seine Tochter einfach zu sehen und mit ihr zu reden. Zu hören, dass es ihr gut geht. Aber er setzt sich in den Kopf er muss ihr über den Kopf streicheln. Er will es- also muss es passieren. & er hätte auch sie geschlagen. Er wollte sie schlagen also wäre es passiert. Weil er ihr über den Kopf streicheln wollte, aber es ist nicht passiert. Eine Mutter die ihr Kind selbst in Gedanken vor seinem Vater schützt. Und er, der auch das kaputt machen möchte. Er will, dass sie schlecht von ihm denken. Vielleicht rechtfertigt das in seinem Kopf seine Taten. Wenn er dazu steht, dass er ein schlechter Mensch ist, vielleicht macht ihn das zu einem besseren Menschen. „Ich hab sie geschlagen, wenn sie geweint hat. Weil sie wegen mir geweint hat.“ Also ist es Hass gegen sich selbst projiziert & ausgelassen am anderen. Denn es tut ihm weh sie zu verletzen. Aber er kann diese Verletztheit nicht nutzen, er erliegt ihr. Sie ist keine Treibkraft die ihn zum Besseren macht, sondern seine Folter die seine Abgründe noch tiefer macht. Warum ist er so? Man kann argumentieren er ist Produkt seiner Umwelt. Und unfähig zur Veränderung. Das ist simplistisch ausgedrückt. Aber letztlich bleibt er gleich. Sie hat gesagt als er sie geschlagen hat hat es nicht weh getan, warum? Hab dazu gerade nachgelesen und die Aussage ist, dass Julie daran geglaubt hat, dass es ein Ausdruck seiner Liebe ist weil er es ihr anders nicht zeigen kann. Und dass durch ihre bedingungslose Liebe der physische Schmerz schmerzlos wurde. -> Kann & wird gerne interpretiert als die illogical nature of love. Aber halt extrem kritisch weil es häusliche Gewalt durch die Aussage, dass wahre Liebe den Schmerz nimmt entkräftet. Denn die Tat bleibt egal ob der Schmerz empfunden wird oder nicht (& I think it always ist) und ich glaube auch nicht, dass man das als illogical nature of love framen sollte. Ganz am Anfang ja. Aber danach ist es Abhängigkeit und emotionale Manipulation. Sie haben das in der Fassung auch weniger in den Vordergrund gestellt- sie hat den Satz zwar gesagt- aber die ganze End scene die im Originaltext vorkommt wurde gecuttet. Allgemein wurde Liliom viel stärker als ‚Arschloch‘ dargestellt, man kann ihn nicht mögen. Während er in anderen Darstellung charmant ist. In der Inszenierung wird er runtergebrochen auf seine Taten und die sind durch & durch schirch. Aber es bezieht sich nicht nur auf ihn, bei ihr stellt sich die gleiche Frage wenn auch weniger stark. Wie analysiere ich wen ich nicht verstehen kann? Indem ich versuche zu verstehen. Es scheint zu simpel damit zu argumentieren, dass Liebe blind macht, selbst wenn ich mich nur auf das Bleiben ganz zu Beginn beziehe. Gerade da bevor die Gefühle zu tiefgehend sind sollte man gehen. Aber ich kann nicht mit Sicherheit behaupten, dass ihre Gefühle noch keine waren. Als er sie fragt ob sie ihn liebt verneint sie es. Aber sie bleibt bei ihm, obwohl sie weiß wer & wie er ist. Also wird sie ihn da schon geliebt haben. Und wahrscheinlich war es die Hoffnung, dass es doch besser werden könnte die sie dazu brachte zu bleiben. Irgendwann wurde diese Hoffnung zu Abhängigkeit oder vielleicht war die Abhängigkeit auch schon immer da. Sie ist geblieben in dem Bewusstsein, dass sie keine zu Hause mehr haben wird zu dem sie zurückkehren kann. Er wurde ihr zu Hause er wurde der einzige Ort zu dem sie zurückkehren kann. Und wenn er lieb war war er lieb und er brauchte sie und vielleicht wollte sie gebraucht werden. Aber wenn er es nicht war war er brutal- und sie ertrug es. Sie ertrug es denn sie liebte. Und im Namen der Liebe wird so ziemliches alles ertragen. Jetzt noch ein paar Worte zum actual Stück. Es war so unterhaltsam. Ich find es war sehr gut gemacht in dem Sinne, dass es nicht lustig war wenn es ernst sein sollte und dann aber auch angenehm ne ernste Situation auflösen konnte. Das Bühnenbild war soo toll vor allem mit dem Licht. Like es war Nacht, es war Morgengrauen. Das war so cool. Vor allem wenn die Engel dann auf der Bühne standen sah das einfach mega aus. Draußen hat jemanden gefragt was ist die Aussage von dem Stück. Und ich glaube es bringt keine Aussage per se aber man kann viele Aussagen darüber treffen. Wie’s die Engel sagen: Der mensch ist grauenhaft und dabei so voller Sehnsucht nach Liebe. Oft treiben uns unsere Umstände zur Verzweiflung aber was wir dann machen obliegt uns allein. Wir sind nicht Opfer unsere Umwelt. Sie beeinflusst uns- aber genau so können wir sie beeinflussen. Die Liebe oder das was wir Liebe nennen ist oft nicht nachvollziehbar. Der Mensch im allgemeinen in seinen Taten ist nicht nachvollziehbar.